Naturheilkunde
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Naturheilkunde
"Ursache" und "Symptom" liegen nicht zwangsläufig an ein und derselben Stelle, denn unser Organsystem ist ein Netzwerk untereinander kommunzierender Einheiten, keine Einbahnstraße.
Psychische Beschwerden können physische (Mit-)Ursachen haben und umgekehrt. Insofern ist es naheliegend – je nach Symptomatik und Anliegen meiner Gäste – u. a. auch die Schilddrüse, den Darm und das Hormonsystem mit im Blick zu haben."

Wunderbarer Darm
Das Darm-Mikrobiom
Willkommen in der Wunderwelt eines sehr komplexen Ökosystem...einer Art "Lebensgemeinschaft" aus Mikroorganismen.
Im Idealfall gibt es in dieser "WG" eine Vielzahl unterschiedlicher "Mitglieder", die wiederum in ausreichender Anzahl vorkommen, um eine physiologische Balance zu ermöglichen.
Verdauung ist weit mehr als nur Verstoffwechseln. Sie entscheidet über die Versorgung unseres Körpers, über unser Wohlbefinden und auch über unsere Gesundheit.
Hinzu kommt, dass Darm und Gehirn über die sog. "Darm-Hirn-Achse" kommunizieren. Hierbei sind das vegetative Nervensystem, das enterische Nervensystem, das Darmmikrobiom und das darmassoziierte Immunsystem beteiligt.
Vor allem der Vagusnerv sendet Signale vom Bauch zum Kopf und umgekehrt, das Mikrobiom stellt Botenstoffe her, die auf unser Nervensystem wirken, Entzündungen im Darm senden Warnsignale ans Gehirn usw.
Folglich können sich Dysbalancen im Verdauungstrakt auf alle Bereiche den Körpers UND auch auf die Psyche auswirken und umgekehrt.
Bestimmt ist auch Ihnen schon einmal etwas „auf den Magen geschlagen“. Ihr Verdauungstrakt hat auf ein seelisches Thema reagiert, z. B. auf Stress/Überforderung oder ein Ereignis.
Menschen mit einem sog. „Reizdarmsyndrom“ können ein Lied davon singen, wie der Körper seelische Zustände ausdrückt und Kinder mit z. B. Schul- oder Prüfungsangst haben oft: Bauchweh.
Ich halte es für unerlässlich – je nach Symptomatik - das Darm-Mikrobiom als wichtiges Element im therapeutischen Setting mit zu berücksichtigen.
Selbst dann, wenn "scheinbar" oder "offensichtlich" keinerlei Verdauungsbeschwerden vorliegen (z. B. bei rheumatoiden Erkrankungen, Gelenkschmerzen) und vor allem auch dann, wenn sich Menschen wegen rein psychischer Phänomene an mich wenden (z. B. Angst- und Depressionskompetenzen, Stressthematik etc.)
Eine Stuhluntersuchung in einem spezialisierten Labor gibt uns wichtige Informationen über den "Ist-Stand"; darauf baut die weitere Vorgehensweise auf.
Hormonsystem
Landläufig sind bei dem Wort „Hormone“ meist die Sexualhormone gemeint. Diese stellen jedoch nur einen Teil des Hormonsystems dar.
Hormone sind wichtige chemische Botenstoffe, die von endokrinen Drüsen (u. a. Zirbeldrüse, Hypopyhse, Eierstöcke, Hoden, Nebennieren, Schilddrüse etc.) oder spezialisierten Zellen freigesetzt und über den Blutweg zu ihren Zielzellen transportiert werden, wo sie spezifische Wirkungen auslösen.
Sie beeinflussen z. B. Knochenstoffwechsel, Wachstum, Herzschlag, Verdauung, Stressregulation, Fortpflanzung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Reizverarbeitung, Gedächtnis, Lernen, seelisches Befinden uvm.
Eine ausgewogene – altersgemäße - hormonelle Versorgung (nicht nur mit Sexualhormenen) erscheint demnach wichtig für die physische und psychische Gesundheit.
Es ist nachvollziehbar, dass eine hormonelle Schieflage auf allen Ebenen Symptome machen kann.
Spätestens dann, wenn Heranwachsende aus Sicht ihres Umfeld „special effects“ oder eine gewisse „Verhaltensoriginalität“ entwickeln wird klar: die Hormone sind Schuld!
Bei Kinderwunsch rücken die Hormone in den Fokus (schwanger werden, schwanger bleiben) und mit den Wechseljahren dann wieder - bei Frauen UND Männern.
"Alles einnehmen, was irgendwo im Internet steht oder von xyz gehyped wird" ist sicher ebensowenig zielführend wie "da muss man halt durch“ (egal, wie´s einem geht).
Auch die Variante "viel hilft viel" ist eher suboptimal.
Eine Überprüfung des Hormonstatus - nach ausführlicher Anamnese - sollte stets am Anfang stehen, um überhaupt zu wissen, ob etwas fehlt, was fehlt und wie das Verhältnis der Steroidhormone zu einander aussieht.
Ich wünsche mir informierte Menschen, die Zusammenhänge, Aus- und Wechselwirkungen verstehen und aufgrund ihrer Informiertheit in Abwägung ihres persönlichen Anliegens für sich eine gute Entscheidung treffen können – wie auch immer diese aussehen mag.
Es gibt eine große Bandbreite therapeutischer Unterstützungsmöglichkeit und diesbzgl. "führen viele Wege nach Rom" - ganz gleich, in welchem Alter die Hormone verrückt spielen.


„Besonderheit Wechseljahre“ – sie sind eine Wucht – in jeder Hinsicht
Während sie einerseits für Veränderung und Umbruch sorgen und oft auch für entsprechende Symptome, bieten sie gleichzeitig eine große Chance für Neuanfänge, für Veränderungsprozesse und für Überlegungen, wohin die Lebensreise weitergeht.
Bei vielen Menschen scheinen bisherige Muster nicht mehr zu greifen und Rahmenbedingungen nicht mehr zu passen inkl. großer Unzufriedenheit und „Das kann doch nicht alles gewesen sein!"
Gleichzeitig bieten diese Übergangsjahre die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen, auf all die Lebensweis(s)heit der letzten Jahrzehnte zuzugreifen und diese für die Umsetzung und Realisierung von Zukunftsvisionen, Plänen, neuer Weichenstellung oder "Aufräumen im Bekanntenkreis" zu nutzen.
Ja, es ist eine Zeit der Veränderung...und sie bietet unfassbar viele neue Möglichkeiten.
Zu Überprüfen, inwieweit das Hormonsystem in Balance ist, ist das Eine.
Für sich einen guten Umgang mit dieser spannenden Zeit zu finden (z. B. durch hypnsosystemisches Arbeiten), das Andere.
Wie stark „Wechseljahresphänomene“ ausgeprägt sind, hängt neben der hormonellen Komponente häufig auch davon ab, wie unser Lebensrahmen zu dieser Zeit ist und welche Haltung wir zu diesem Wechsel haben.
Die Schilddrüse - klein und oho
Mit 18 bis 25 Gramm wiegt sie in etwa so viel wie ein gehäufter Esslöffel Marmelade oder ein Standardbrief.
Sie liegt an der Vorderseite des Halses direkt unter dem Schildknorpel des Kehlkopfs, daher auch ihr Name. Ihre zwei Hauptlappen sind mit einer Art Steg verbunden, sodass sie von vorne aussieht wie ein Schmetterling mit ausgebreiteten Flügeln.
In der Regel spüren Sie ihre Schilddrüse nicht, nehmen im Grunde genommen gar nicht wahr, dass es sie gibt.
Es scheint selbstverständlich, dass sie zuverlässig ihren Job macht: als Dirigentin des Herzschlags, Taktgeberin des Hormonsystems, als Stoffwechsel-Beauftragte, Reifungs- und Wachstums-Unterstützerin, Gute-Laune-Macherin und Seelen-Balanciererin.
Selbst wenn es ihr nicht mehr so gut geht, merken Sie erst einmal: eher nichts. Oder besser gesagt "eher subtil" (es sei denn, sie vergrößert sich drastisch).
Sie schlafen schlechter, nehmen scheinbar grundlos zu oder haben ständig Appetit, die Haare gehen aus, die Konzentration war auch schon besser, Sie sind ständig müde oder "völlig drüber", weniger stressresistent, dafür weinerlicher, trauriger oder gehen schnell "durch die Decke" und von der Verdauung wollen wir gar nicht erst reden.
Also nehmen Sie etwas für den Schlaf, treiben endlich wieder Sport, lesen über Work-Life-Balance oder schieben ihre Symptome auf Ihre Lebens-Rahmenbedingungen.
Die Symptome bleiben, verbessern sich nur leicht oder kurzzeitig oder "verschieben" sich.
Spätestens an diesem Punkt sollte man an das kleine, nur marmeladenklecksleichte Organ denken, ohne das im Körper so ziemlich nichts laufen würde. Und wenn es schwächelt (oder überaktiv wird), läuft nichts mehr wirklich rund.
Im Kontakt mit meinen Gästen ist es mir wichtig, die Schilddrüse im Blick zu behalten - auch und gerade hinsichtlich psychischer Phänomene - bereits vorhandene Blutwerte zu sichten oder eine Überprüfung zu veranlassen, um sicher zu stellen, dass diese "Taktgeberin" ihren Auftrag ordentlich ausführen kann.
Abzuwarten, bis die Schilddrüsenwerte richtig auffällig und Symptome heftig sind, obwohl Tendenzen schon deutlich erkennbar sind, entspricht nicht meiner Haltung.

„Wenn wir in einer guten inneren Stabilität und Haltung sind, kann die Welt sein, wie sie will.“
– Tanja Koop –
